In letzter Zeit habe ich oft das Gefühl, hinterherzuhinken.
Nicht unbedingt im Alltag. Eher im Leben.
Manchmal sehe ich Menschen, die scheinbar genau wissen, was sie tun. Sie haben erfolgreiche Websites, wachsende Accounts, klare Ziele und einen Weg, der geradlinig wirkt.
Dann schaue ich auf mich selbst.
Auf all die Umwege.
Auf die Projekte, die ich angefangen und wieder verworfen habe.
Auf die Dinge, die länger gedauert haben als geplant.
Und plötzlich fühlt es sich so an, als wäre ich irgendwo falsch abgebogen.
Als hätte ich wertvolle Zeit verloren.
Als wären andere längst dort angekommen, wo ich eigentlich schon sein sollte.
Woher kommt das Gefühl, hinterherzuhinken?
Dieses Gefühl kenne ich schon lange.
Früher dachte ich oft, dass ich einfach disziplinierter sein müsste. Organisierter. Konsequenter.
Wenn ich mich nur genug anstrengen würde, könnte ich die verlorene Zeit wieder aufholen.
Doch je älter ich werde, desto mehr frage ich mich, ob das überhaupt stimmt.
Wer hat eigentlich entschieden, wann wir wo sein sollten?
Mit welchem Alter wir erfolgreich sein müssen.
Wann wir unseren Platz gefunden haben sollten.
Wann wir “es geschafft” haben.
Die Wahrheit ist: Die meisten dieser Zeitpläne existieren nur in unseren Köpfen.
Wir vergleichen unser Leben mit Ausschnitten
Wir vergleichen unser Leben mit Menschen, deren Geschichte wir kaum kennen.
Wir sehen Ergebnisse, aber nicht die Jahre davor.
Wir sehen die fertige Website, aber nicht die unzähligen Stunden des Zweifelns.
Wir sehen Reichweite, aber nicht die Zeit, in der niemand zugehört hat.
Wir sehen Sicherheit, aber nicht die Unsicherheit, die ihr vorausging.
Und trotzdem behandeln wir diese Ausschnitte oft wie Beweise dafür, dass wir selbst nicht weit genug sind.
Vielleicht ist das der eigentliche Fehler.
Nicht, dass wir zu langsam sind.
Sondern dass wir ständig auf die falsche Uhr schauen.
Vielleicht wächst du bereits
Denn wenn ich ehrlich bin, gibt es in meinem Leben vieles, das noch nicht perfekt ist.
Meine Website ist nicht perfekt.
Mein Job ist nicht perfekt.
Meine Fitnessroutine könnte besser laufen.
Mein Weg war nicht geradlinig.
Ich habe längst nicht alle Antworten.
Aber vor ein paar Wochen gab es diese Website noch gar nicht.
Es gab keine eigene Domain.
Keine veröffentlichten Artikel.
Kein Slow Bloom Living.
Und trotzdem erwische ich mich dabei, auf Menschen zu schauen, die seit Jahren an ihren Projekten arbeiten, und mich zu fragen, warum ich noch nicht dort bin.
Vielleicht ist das ein bisschen so, als würde man einen jungen Baum betrachten und enttäuscht sein, dass er noch kein Wald ist.
Dabei liegt so ein Zauber in den zarten, hellgrünen Knospen, die zu wunderschönen Blüten heranwachsen können.
Wachstum braucht kein Wettrennen
Und genau so funktioniert Wachstum.
Manches braucht Zeit.
Manches braucht Umwege.
Und manches entsteht genau deshalb, weil wir nicht dem schnellsten Weg gefolgt sind.
Vielleicht bin ich also gar nicht zu spät.
Vielleicht bin ich genau dort, wo ich gerade sein muss.
Mit all meinen Zweifeln.
Mit all meinen Fragen.
Mit all den Dingen, die noch nicht fertig sind.
Und vielleicht bedeutet Wachstum nicht, schneller zu werden.
Vielleicht bedeutet es manchmal einfach, weiterzugehen.
Schritt für Schritt.
In deinem ganz eigenen Tempo.

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